Der DEUTSCHE FILMMUSIKPREIS 2018 ist vergeben worden
Joachim Blobel

Der DEUTSCHE FILMMUSIKPREIS 2018 ist vergeben worden

Bereits zum fünften Mal wurde gestern Abend im Rahmen der Filmmusiktage Sachsen-Anhalt der DEUTSCHE FILMMUSIKPREIS im Steintor-Varieté in Halle (Saale) in sechs Kategorien verliehen. Längst hat sich der DEUTSCHE FILMMUSIKPREIS überregional als eine der wichtigsten Auszeichnungen in der Filmmusikbranche etabliert, in der Filmkomponistinnen und -komponisten für ihr herausragendes musikalisches Schaffen gewürdigt werden. Mit dem Ehrenpreis International wurde in diesem Jahr Oscar®-Gewinnerin Rachel Portman („Emma“, „Chocolat“) ausgezeichnet. „Paul und Paula“-Komponist Peter Gotthardt wurde der Ehrenpreis National vom Preisträger des letzten Jahres Harold Faltermeyer überreicht.

Eine Überraschung gab es bei der Kategorie „Beste Musik im Film“, die aufgrund der hohen Qualität der Einreichungen gleich an zwei Gewinner vergeben wurde: Einmal an die vielseitige Filmkomponistin, Geigerin und Musikproduzentin Martina Eisenreich für ihre Filmmusik zum Tatort „Waldlust“ (Regie: Axel Ranisch), zum anderen an Ralf Wienrich für seine Filmmusik zur Abschlussfolge „Zwischen Tod und Leben“ (Regie: Kai Wessel) der Krimireihe „Spreewaldkrimi“. Martina Eisenreich erhielt die Ehrung für den „rätselhaften Klang von „Waldlust“, der mit weitgreifender Dynamik seine Motive und Themen zu abwechslungsreichen Klangszenarien fügt“. Die meisterhafte Filmmusik von Ralf Wienrich überzeugte die Jury durch „eine elektrisierende Atmosphäre, die damit eine weitere bereichernde Ebene zum Film schafft“.

Besonderen Grund zur Freude gab es auch in den Kategorien „Nachwuchs“ und „Beste Musik im Kurzfilm“, denn die junge Filmkomponistin Dascha Dauenhauer wurde gleich zweimal nacheinander auf die Bühne gebeten. Der von NFP* präsentierte und von Steinberg unterstützte Nachwuchspreis wurde Dascha Dauenhauer von Alexander Thies und Sebastian Mönch übergeben. In ihrer Laudatio würdigten sie das außerordentliche Talent der jungen Komponistin, die bereits im frühen Alter mit dem Komponieren begann. Für ihre Filmmusik zu „Love Me, Fear Me“ (2017, Regie: Veronica Solomon) erhielt sie zudem den DEUTSCHEN FILMMUSIKPREIS in der Kategorie  „Beste Musik im Kurzfilm“.

In der Kategorie „Bester Song im Film“ überreichte Jurymitglied Ingo Ludwig Frenzel die begehrte Trophäe an Mario Schneider. Der aus Sachsen-Anhalt stammende Komponist, Regisseur und Autor wurde für den Song „Räuber und Gangster“ aus der Kinderserie „Die Pfefferkörner“ ausgezeichnet, die 2017 mit „Der Fluch des schwarzen Königs“ (Regie: Christian Theedes) erstmals ins deutsche Kino kam.

Durch den Abend führte auch in diesem Jahr charmant Ellen Schweda. ECHO Klassik-Preisträgerin Carolina Eyck umrahmte die glanzvolle Gala mit Ennio Morricones „Ecstasy of Gold“ und ihrer eigenen Komposition „Music on a Painting“ auf dem Theremin. Ihr scheinbar berührungsloses Spiel auf dem Elektroinstrument alter Filmmusikklassiker verzauberte das Gala-Publikum und sorgte für Gänsehaut. Besondere Höhepunkte waren die emotionalen Videobotschaften an Peter Gotthardt von Schauspieler und Sänger Jan Josef Liefers sowie Jeff Atmajian an Rachel Portman, der u. a. die Filmmusik zu „Chocolat – Ein kleiner Biss genügt“ für Orchester arrangiert hat.
Zur hochkarätig besetzten Fachjury gehörten in diesem Jahr die Filmkomponistin Christine Aufderhaar, die bereits mit diversen Preisen, u. a. dem Richard Levy Award ausgezeichnet und 2013 für den Deutschen Musikautorenpreis nominiert wurde, und Ingo Ludwig Frenzel, der 2015 auf der Berlinale den Preis der European Composer Songwriter Alliance (ECSA) für seinen Soundtrack zu „Der Medicus“ erhielt. Neu in der Juryrunde war der Berliner Micki Meuser, Komponist für Film und TV, Musikproduzent und Vorsitzender der Deutschen Filmkomponistenunion DEFKOM. Ergänzt wurde das Trio von den Machern der Filmmusiktage Sachsen-Anhalt: Filmmusikexperte Prof. Dr. Georg Maas und Markus Steffen, deren künstlerischer Leiter.


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