Amandine Beyer mit Gli Incogniti
Oscar Velazques

Amandine Beyer mit Gli Incogniti

Die französische Barockviolinistin hat sich durch ihre Vielseitigkeit, lebendige Musizierlust, brillante Technik und stilistische Kompetenz längst auch einen Namen in Deutschland gemacht. Die Entdeckung von neuem Repertoire liegt Amandine Beyer gleichermaßen am Herzen wie die Neuinterpretation großer Klassiker. Aufgrund ihres Facettenreichtums als Solistin, Kammermusikerin und Ensembleleiterin ist sie weltweit gefragt.

Als Solistin war Amandine Beyer am 11.10. in Berlin (Konzerthaus), am 18.10. in Bayreuth (Zentrum, Europasaal) und am 23.10. München (Prinzregententheater) zu hören. Unter ihrer Leitung führte die Akademie für Alte Musik (Akamus) ein raffiniert zusammengestelltes Programm auf: Eines der berühmtesten Werke des frühen 18. Jahrhunderts, Antonio Vivaldis „Le quattro stagioni“ trifft auf drei ungleich unbekannte Werke aus derselben Zeit: Jan Dismas Zelenka: Hipocondrie à 7 Concertanti in A-Dur, ZWV 187 und Sinfonia à 8 Concertanti in a-Moll, ZWV 189 sowie das selten gespielte Werk von Johann Friedrich Fasch: Sinfonia in g-Moll, FWV M:g1, der als wichtiges Bindeglied zwischen der barocken und der klassischen Epoche gilt.

+++CD-Einspielung VÖ 13.10.2017 bei harmonia mundi +++


BWV ... or not?
The inauthentic Bach
Gli Incogniti / Amandine Beyer


Johann Sebastian Bach:
Suite for violin and cembalo obligato, BWV 1025 / Fuga, BWV 1026 // Sonata „sopr’il Soggetto Reale“ for traverso, violin and basso continuo
Johann Georg Pisendel: Sonata for violin and basso continuo, BWV 1024
Johann Sebastian Bach or/and Carl Philipp Emanuel Bach: Sonata for traverso, violin in scordatura and basso continuo, BWV 1038
Carl Philipp Emanuel Bach: Sonate for violin and cembalo obligato, BWV 1036
Johann Gottlieb Goldberg: Sonata for two violins and basso continuo, BWV 1037

Amandine Beyer ist Mitbegründerin mehrerer Kammerensembles. Mit ihrem 2006 gegründeten Ensemble Gli Incogniti verbindet sie mittlerweile eine vielfältige Diskographie, darunter allein drei Einspielungen, die mit dem Diapason d’Or ausgezeichnet worden. Am 13. Oktober 2017 erscheint bei harmonia mundi ihr neues Album „BWV ... or not?“ mit selten eingespielten Werken von J. S. Bach, C.P. Bach, Johann Georg Pisendel und Bachs Schüler Johann Gottlieb Goldberg in einer Kammerbesetzung von Gli Incogniti. Ihrem Motto getreu widmet sich die Barockgeigerin Kompositionen, die zu einer bestimmten Zeit als wahrhafte Kostbarkeiten betrachtet wurden, aber allmählich in Vergessenheit gerieten. Erfüllt von Leidenschaft erweisen Amandine Beyer und Gli Incogniti einer Epoche die Ehre, die noch kein Autorenrecht kannte und deren Geist eine verblüffende schöpferische Freiheit erkennen lässt: die reinste Inspirationsquelle für die Interpreten dieser Aufnahme.


Presseresonanz (Auswahl)