Benjamin Britten starb am 4. Dezember 1976. Fünfzig Jahre später erscheint mit dieser Neueinspielung seiner drei Suiten für Violoncello solo eine bedeutende Hommage an einen der bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts. Nach Johann Sebastian Bachs Suiten für Violoncello solo schuf kein Komponist ein vergleichbares Werk, bis Benjamin Britten. Entstanden zwischen 1964 und 1971 für Mstislav Rostropovich, bilden seine drei Suiten den ersten großen Cellozyklus dieser Bedeutung seit Bach. Sie verbinden die Klangsprache alter Musik mit einer eigenständigen, modernen Tonsprache: formale Meisterschaft, dramatische Fantasie und emotionale Tiefe treffen hier in seltener Dichte aufeinander.
Jede der drei Suiten entfaltet dabei eine eigene, unverwechselbare Welt: die Erste theatralisch und kaleidoskopartig, die Zweite brillant und weit ausgreifend, die Dritte dunkel, introspektiv und von tiefer emotionaler Wucht.
Für Pieter Wispelwey ist dies die dritte Einspielung dieses Repertoires. Es ist die Summe einer 45 Jahre währenden künstlerischen Auseinandersetzung mit Brittens Suiten. Diese Neuaufnahme ist mehr als eine weitere Interpretation. Sie ist ein persönliches Bekenntnis eines Künstlers, der mit diesen Werken gewachsen ist, und zugleich eine Würdigung des Vermächtnisses eines der bedeutendsten Erneuerer der klassischen Musik.
Pieter Wispelwey gehört zu den führenden Cellisten unserer Zeit und ist ebenso auf modernem wie historischem Instrument zu Hause. Er konzertierte mit Orchestern wie dem Boston Symphony, dem London Philharmonic und dem Gewandhausorchester Leipzig und gastiert an den großen Konzerthäusern von London bis New York. International bekannt wurde er vor allem durch seine mehrfachen Einspielungen der Bach-Suiten. Geboren in Haarlem, studierte er bei Anner Bylsma, Paul Katz und William Pleeth. Er spielt auf einem Guadagnini-Cello von 1760.
https://www.pieterwispelwey.com/
Release: 9. September 2026 bei Evil Penguins
